Gedankenreise.


Packing Back.

 

"1993 und du bist der erste, der nur mit einem Rucksack auf dem Rücken den unglaublichen Strand von Koh Phi Phi betritt."

 

"Kein Feuer zur Hand? 

Zünd' dir doch deine Fluppe im großen Brand von London an!"

 

"Gönn' dir die Pest und entscheide dich fürs mittelalterliche Europa."

 

O. nippte an seinem lauwarmen Plasmatee und dachte über die zahlreichen Optionen nach, wo er dieses Jahr seinen Urlaub verbringen könnte. Vor zwei Jahren hatte er einige Tage in Lissabon verbracht, bis es endlich zum versprochenen Erdbeben kam. Seinem Geschmack nach zu viel Gerede über Religion und die Zukunft der Menschheit. Damals war er war froh, endlich wieder abreisen zu können. Dieses mal sollte es etwas sein, das ihn zur Ruhe kommen lässt. 

 

Möglicherweise der erste Backpacker sein, der allein eine Insel betritt. 

So wie es die alten Geschichten erzählen.


Olle Udo.

 

Über den grauen Parkplatz des Möbelhauses ziehen sie ihre Kreise. Und immer mehr gesellen sich dazu. Ein paar Halbstarke üben schon die ersten Choreographien ein aber die Frauen sind noch unbeeindruckt. Zu sehr fehlt ihnen der Reiseführer vom letzten Jahr. Ein neuer muss ausgemacht werden. Einer wie Udo. Im dichten Gewirr treffen zwei alte Bekannte aufeinander.

Ulli: "Tach! Sa mal, wat solln dit Affentheater hier? Wo isn olle Udo?"
Peter: "Letztet Jahr bis hintern Mond jeflogen oder wat? Der Udo kommt nich mehr!"

Ulli: "Wat? Wo isn der?"

Peter: "Na der is doch da unten jeblieben. Hat sich ne Olle von da jenomm, vögelt die jedn Tach und schlürft Cockteels und so."
Ulli: "...das isn Typ ey. Hätte auch ruhig mal schreiben könn."
Peter: "Pass uff! Vor dir!"

Er weicht aus und versucht sich weiter an die Spitze vor zu kämpfen. Dieses Jahr soll es mal woanders hingehen. Von Simbabwe hat er nur gutes gehört.


Tapetengeflüster.


Wiederwillig und genervt öffnen sich meine Augen und suchen das verdammte Handy, welches seit Minuten nervtötende Töne von sich gibt. Eine Fingerbewegeng und der Kampf ist gewonnen, vorerst. Meine genervten Augen suchen sich ihren Lieblingsplatz. Die Tapete.
Fest verharren sie an der weißen Rauhfaser wie Ungeziefer in der Klebefalle.
Einigkeit herrscht. Ruhe kehrt ein. Die Tapete gibt keinen Unsinn von sich. Sie hört nur zu.

Du, ich hau ab. Ich geh auf Reisen. Sag ich.
Südamerika. Argentinien oder so. Sag ich.
Keine Ahnung wie lang. Sag ich.
Wirst mir fehlen. Sag ich


(...)

Wiederwillig und genervt öffnen sich meine Augen und suchen das verdammte Handy, welches seit Minuten nervtötende Töne von sich gibt.