Wieso machst du eine Weltreise?



Bist du nicht neugierig, was es auf der Welt zu sehen gibt?

Schon so lange ich denken kann, war ich gerne unterwegs. Meine erste Kindheitserinnerung ist jene an meinen ersten Flug im Alter von drei Jahren und den Blick aus dem Flugzeugfenster. Wie strahlend weiße Wattebäusche liegen die Wolken in meiner Erinnerung dicht aneinander am blauen Himmel gereiht. Auch heute noch ist fliegen für mich die schönste Art zu Reisen. Zwar war ich nicht immer weit weg von zu Hause, dennoch habe ich schon immer gerne Reisen unternommen. Ganz klar war ich nicht immer individuell unterwegs und habe natürlich auch all inclusive Urlaube unternommen. Dennoch bin ich immer wieder gerne nach Hause gekommen. Schließlich habe ich ein sehr gutes zu Hause mit vielen großartigen Menschen zu denen ich gerne zurückkehre. Schon während meiner Schul- und Studienzeit lebte ich nicht mehr zu Hause und bin daher daran gewohnt unterwegs zu sein.

Wolltest du nicht auch schon immer einmal zur großen Mauer?
Wolltest du nicht auch schon immer einmal zur großen Mauer?

Fremde Länder mit all meinen Sinnen erleben

Zugegeben war ich schon immer neugierig und habe es geliebt von fernen Ländern zu träumen. Besonders interessieren mich fremde Kulturen, Traditionen und Lebensweisen. Eine andere Art der Lebensführung kennen zu lernen und all die unterschiedlichen Lebensgeschichten zu hören ist für mich Ansporn unterwegs zu sein. Reisen soll ja schließlich auch den Kopf anregen. Außerdem bin ich leidenschaftliche Köchin und auch Esserin, weshalb für mich kein Reiseerlebnis vollkommen ist, ohne die traditionelle Küche mit all ihren Facetten ausprobiert und die Marktstände nach neuen Obst- und Gemüsesorten durchforstet zu haben. Da ich meine Freizeit liebend gerne in der Natur verbringe, tue ich das auch auf Reisen. Und die Welt hat so viel mehr zu bieten als die heimischen Berge und Seen. Kein Wunder also, dass ich auch beruflich im Tourismus gelandet bin. Wenn die Arbeit Spaß macht, macht sie sich ja fast von selbst. 

Der Traum die Welt zu entdecken bleibt

Obwohl ich immer gerne gereist bin, habe ich kein Auslandssemester gemacht. Es hat damals einfach nicht gepasst. Heute bereue ich diese Entscheidung, da ich gerne zumindest für einige Zeit im Ausland leben würde. Dieser unerfüllte Wunsch blieb, aber nicht lange. Als ich in meinem ersten Thailandurlaub auf viele Langzeitreisende getroffen bin, stellte sich immer mehr die Frage: „Wieso mache ich das nicht?“ Die Idee dazu hatte ich schon vorher, jedoch glaubte ich, dass es einfach zu kompliziert und aufwendig sei, eine Weltreise zu machen. Eine Weltreise machen nur ganz außergewöhnliche und vor allem mutige Menschen, war ich überzeugt.

 

Und plötzlich fiel die Entscheidung

Als ich dann so viele Menschen getroffen habe, die die Unternehmung „Weltreise“ als ganz einfach und unkompliziert beschrieben haben, war ganz klar, das muss ich auch machen. An einem lauen Februarabend am Strand in Koh Tao fiel also zusammen mit meinem Lebensgefährten die Entscheidung, eine Weltreise zu machen. Oft ist man ja überschwänglich, gerade wenn man an einem schönen Ort ist und sagt einfach Dinge, die man dann nie in Angriff nehmen wird. Zu Hause angekommen nutzten wir gleich unmittelbar diese Energie und setzten ein Datum für unsere Abreise fest. Ein wichtiger Schritt, der uns beide immer wieder festnagelte,wenn uns Zweifel kamen. Im Sommer 2015 sollte es losgehen. Bis dahin war ich mit meinem Studium fertig, hätte bereits ein paar Jahre gearbeitet und genug Geld angespart. Und was soll ich sagen, genauso war es dann auch.

Sonnenuntergang in Thailand
Sonnenuntergang in Thailand

Die Organisation war leichter als gedacht

Unsere Arbeitgeber waren verständnisvoller als wir es ihnen zugetraut hätten und auch unsere Familien – die eigentlich bis auf den “normalen“ ein- bis zweiwöchigen Sommerurlaub nicht viel Reisen – waren zwar im ersten Moment etwas geschockt, jedoch unmittelbar danach hell auf begeistert. Unsere Wohnung haben wir untervermietet, das Auto verkauft und all unsere Habseligkeiten aussortiert und vieles in den Müll geworfen. Von all dem was wir vor unsere Reise besessen haben, habe ich gar nichts vermisst. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht mehr so genau, was sich so in all den Umzugskisten versteckt. Doch das werde ich bald sehen.

Packen für die Weltreise.
Packen für die Weltreise.

Natürlich kamen mir zwischendurch Zweifel

All das was sich hier so unbeschwert liest, hat mir mehr als nur einmal schlaflose Nächte und auch Bauchschmerzen beschert. Ich war zeitweise gefangen zwischen Vorfreude und Abschiedsschmerz. Als junger Mensch ein Jahr aus dem Karriererad auszusteigen und „nur“ auf Reisen zu gehen ist in unserer leistungsorientierten Gesellschaft nicht die Norm. Natürlich weiß ich, dass ich noch jahrzehntelang im Berufsleben verbringen werde. Doch schade ich meiner beruflichen Entwicklung mit diesem Ausstieg? Wer soll mich nach diesem Jahr bloß einstellen? Mein hart ersparter Sicherheitspolster ist nach der Weltreise natürlich auch nicht mehr so komfortabel, weshalb mich auch während der Reise schon oft Gedanken an das Leben nach der Reise einholten.

 

Irgendwann mache ich das bestimmt!

Immer wenn mir zwischendurch Zweifel kamen,habe ich an den Traum meines Vaters gedacht, den er sich leider nie erfüllen konnte. Zusammen mit meiner Mutter wollte er, sobald meine Brüder und ich etwas älter wären, mit einem Motorrad die Route 66 in den USA erkunden. Leider verstarb er viel zu früh, weshalb dies ein Traum bleiben wird.

Cathedral Cove, Neuseeland
Cathedral Cove, Neuseeland

Irgendwann ist auf jeden Fall zu spät

Zu oft in unserem Leben machen wir Pläne, die sich nie erfüllen werden. Viel zu leichtfertig schmiedet man große Vorhaben, bei denen man gleich unmittelbar nach dem Aussprechen weiß, dass sie nur Träume bleiben werden. „Irgendwann mache ich das bestimmt“, ist die Phrase, die das motivierte Vorhaben gleich umgehend zum Scheitern verurteilt. Denn irgendwann ist auf jeden Fall zu spät.

 

Den richtigen Zeitpunkt für eine Weltreise gibt es nicht

Man findet immer etwas, was dem Vorhaben im Weg steht. Gerade läuft es im Job besonders gut, man hat vielleicht gerade ein neues Auto oder eine Wohnung angeschafft und dann gibt es auch noch Themen wie den Kinderwunsch, der vermeintlich eine Weltreise unmöglich macht. Auf meiner Reise habe ich viele Menschen getroffen, die eine Langzeitreise unternehmen. Auch mit kleinen Kindern oder in hohem Alter, Weltreisen ist mit jedem Budget möglich. Wichtig ist nur, dass du dich traust. In diesem Jahr habe ich so viele wertvolle und unvergessliche Augenblicke erlebt, die ich mir nie hätte vorstellen konnte. Denn viele Chancen kommen nicht so schnell wieder. Nach gängiger Lehre leben wir alle nur einmal. Daher habe ich vor, das beste aus dieser einzigartigen Chance zu machen. Glaubt mir einfach,wenn ich euch sage, dass diese Weltreise die beste Entscheidung meines Lebens war.

Angkor Wat, Kambodscha
Angkor Wat, Kambodscha

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