Niš (TAG 2)

"What we do next is..."

 

In Niš gibt's einiges zu sehen und weil jeder gern gesehen werden möchte, zogen wir gestern ein straffes Wohlfühlprogramm durch.


Alexandra holte mich ab und fuhr mich direkt zur ältesten Bäckerei von Niš. Hier serviert man frischen und handgemachten Börek; eine fette, gefüllte Blätterteigtasche mit Käse, Hackfleisch oder Spinat. Für gewöhnlich bevorzuge ich ja das klassische Kellnerfrühstück (Kaffee und ne Kippe) aber Nein sagen konnte ich ja schlecht.

Ein paar Hände wurden geschüttelt, und der Stolz der Bäckerei und des ganzen Landes wurde mir gezeigt. Denn der Börek, der uns in Berlin in den Morgenstunden vor eine Alkoholvergiftung bewahrt, wurde hier in Niš erfunden. 

Vier Typen, die im Sekundentakt Teig durch die Luft wirbeln, produzieren am Ende einen so verdammt guten Börek, dass der Dönermann deines Vertrauens nur feuchte Augen kriegt.

 

Neben Börek vergöttern Serben außerdem ihren Wein, ihre Basketballnationalmannschaft, serbische Frauen, Paprika und Rakie. 

 

Und so kommen wir direkt zum nächsten Abstecher des Tages. 

Ja richtig! Paprika. 

Weil man mit Paprika so ziemlich alles machen kann, wie zum Beispiel grillen, flambieren, schnitzen, einfrieren, einwecken, schälen, füllen, Paprikasalat, Paprikaeintopf, Schrimps mit Paprika, oder einfach zum in den Schlaf kuscheln kommen Paprikafanatiker voll auf ihre Kosten. Genau genommen 0,30€ pro Kilogramm. Nicht gleich völlig ausrasten, Bitte!

 

Weil die Basketballnationalmannschaft gerade nicht im Land war begnügten wir uns mit Kultur und Geschichte. Da es weder Kreide noch Schulbücher zu holen gab zog ich mir das Komplettprogramm rein. Die Ausgrabungsstätte der Villa von Konstantin dem Großen gab es zu bewundern, der später Konstantinopel (Istanbul) gründen sollte. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Skulltower. Wie schon in Kambodscha stand ich wieder ein mal vor einer Wand aus Totenschädeln. Es handelt sich dabei um das Monument der Schlacht zwischen Türken und Serben von 1809. 

 

Kein Bier vor vier. Was ist mit Wein? Weil es hierfür auch keinen passenden Spruch gibt fuhren wir zum Lunch zur Weindestille und probierten uns durch die unzähligen Varianten der handgebrauten Traubensäfte. Berühmt ist Niš für mannshohe Tongefäße, die in der Erde einbetoniert sind. Diese Form der Herstellung sei einzigartig in der Welt und als professioneller Weinlaie gibt's von mir das Prädikat Voll Lecker!

 

Irgendwann wars dann wieder mal Zeit Essen zu gehen. Bier und Rakie zu trinken und lauter Folklore zu lauschen. Was ich an der ganzen Sache hier in Serbien nicht verstehe ist; wie können sich diese kleinen, zierlichen Modelmädchen jeden Abend 2 Kilo Fleisch reinziehen? Ich für meinen Teil lag mittlerweile wie ein wimmerndes Spanferkel unterm Tisch und kriegte kein Bissen mehr runter, der Rest am Tisch hatte was zu lachen. 

Game over - German Blogger.

 

Wir lesen uns morgen und ich entschuldige mich, dass der Lesestoff eure Netzhaut immer so spät erreicht. Aber ich hangel mich von Wlan zu Wlan bis etwas gescheites heraus kommt.

 

Euer Herwig