Niš (TAG 1)

"Lass dich drauf ein, schalt die Birne aus und genieße es."

Das waren meine letzten Gedanken bevor mich die Boeing auf einen Acker in Serbien rausschmiss. 

Aber schon die ersten kleinen Details brachten mich zum Schmunzeln. Wenn ein popeliger Traktor aus Titos Zeiten eine Boeing übers Rollfeld zieht, weisst du das das Leben doch noch einfach sein kann. 



Im Empfangsbereich laß ich meinen Namen auf einer Tafel, getragen von Alexandra.(Tourguide, Schutzbefohlener, Dolmetscher und Berufsersatzmutti) Und wenn ein wildfremder Mensch eine Tafel mit deinem Namen vor sich hält vertraust du ihm blind dein kümmerliches Leben an. Also Birne aus und los geht's. 

 

Wir fuhren in die Innenstadt Niš, checkten im Hotel ein, wichtige Leute wurden mir im Rathaus vorgestellt bis mein Kopf sich wieder einschaltete und mir zu verstehen gab "Ey du Trottel, du hast deinen Koffer am Flughafen stehen lassen!" 

Alexandra lachte herzlich und fuhr mit mir im Hellrider-Style zurück zum Aerodrom. Die Polizisten bedankten sich auch für die Mehrarbeit aber außer viel Hvala (Danke) und dümmlich Lächeln ist mir in der Situation auch nichts besseres eingefallen.

 

Wie kommen Serben mit Stress zurecht? Sie verabreden sich zum Lunch und gönnen sich zum runterkommen ne halbe Tonne Fleisch. Lamm, Kalb, Chivapchichi, abgerundet mit Ziegenkäse, Tomatensalat und Albanischen Salat (was witzigerweise einfach nur ein Brotkorb ist).

Wir unterhielten uns dabei über Niš und den Tourismus, das Verhältnis zwischen Serben und Kroaten, Serben und Albaner und dem Kosovo und Serbien. Und wie die Pläne für die kommenden Tage aussehen. 

Dazu halte ich mich aber noch bedeckt. 

Denn nichts geht über einen gepflegten Spannungsbogen. ;) 

 

Kommt gut ins Wochenende und bis morgen bei neuen Verrücktheiten aus Serbien. 

 

Euer Herwig.