Portugal 2015, Teil II (Figuira da Foz)

Na du kommst mir gerade Richtig(!)... zum zweiten Zeil der Back-to-Portugal-Ausgabe.


Heute hole ich euch aus einem verregneten Samstagnachmittag ab. Es spielt Ungarn gegen Island (0:1), Langeweile bahnt sich an und versucht sich zusehends auszubreiten. Also die perfekte Rahmenbedingung, um an Portugal zurück zu denken und sich mental in der Hitze Figuiras Strandsand bequem zu machen.

 

Nachdem wir Lissabon verlassen hatten, fanden wir uns nach einer vierstündigen Zugfahrt im ausgedörrten und saisonbedingt menschenleeren Badeort Fuigeira da Foz wieder. "Herwig(?), glaubst du wir sind hier richtig? Wo sind wir hier?" Eine zufriedenstellende Antwort konnte ich nicht liefern, nur auf den Lonely Planet verweisen.

 

"Figuira da Foz ist ein unter Spaniern sehr beliebter Badeort und trumpft mit seiner ausgezeichneten Lage (auf halbem Weg zwischen Lissabon und Porto) und dem breitesten Strandsand Europas auf. Figuiras Glanzzeiten sind zwar seit den Neunzigern vorüber, dadurch hat man sich aber wieder aufs Wesentliche besinnt und kommt daher relativ günstig durch den Tag."

 

Klang ja erst mal gar nicht schlecht und so buchten wir uns ein Zimmer in einer wirklich netten Pension unweit des Strandes. Nach dem anfänglichen Schock und der Orientierungslosigkeit am Bahnhof kroch uns unweigerlich der Salzwassergeruch in unsere olfaktorischen Kolben. Wir waren zumindest am Meer, gut zu wissen!

 

Unser rustikaler Gastvater, ein Portugiese mit deutscher Vergangenheit als Schiedsrichter und einer rührenden Fürsorge für Straßenkatzen, kam uns nicht minder komisch vor wie der Ort selbst.

Geredet wurde von nun an nur noch in deutschen Fußballfloskeln, über Franzosen wurde hergezogen und er wurde mir immer sympathischer. Wie auch der Ort. 

Tagsüber verbrachten wir die vielen Sonnenstunden fast allein am riesigen Strand oder den zerklüfteten Terassen des reissenden Atlantiks - nachts verbrachten wir die Stunden in Fischrestaurants bei Fado und Port, in Fussballkneipen und Pseudoitalienern. Die Straßen gehörten uns, den fast einzigen Touris in der portugiesischen Vorsaison.

 

Nach den drei Tagen tauschten wir die Leichtigkeit des Seins mit der Schwermütigkeit Portos ein. 

Mehr zu Porto gibt's im dritten Teil. Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß und Durchhaltevermögen.

 

Euer Herwiguez da Foz.