Koh Chang (TAG 56)

Die Asphaltcowboys von Koh Chang.

 

Der Wind pfiff mit eile durch die Bretterbude

als wolle er mir sagen,

dass ich schon seit Stunden erwartet werde.
Wenn dem so sei - erhebe ich mich.
Trage den trägen und traumtrunkenen Torso

als teuerste Last zum Meeresrand und liefere ihn aus.
Verschlinge mich!
Kein Traum - Ein Morgen am Meer.

 

Wieder so ein Morgen der mich latent poetisch werden lässt. Nun gut, nehmen wir das zur Kenntnis und kommen wir zum gesteckten Tagesziel Wasserfall. Mit den beiden Kölnern Dudes Jan & Aljaž, die mit mir auch im Bambusdorf abhängen, ging es auf der Black Mamba in knapp eineinhalb Stunden zum Weststrand der Insel. Irgendwo hinter der Elefantengarage sollte es möglich sein zum Wasserfall zu kommen.
Elefanten: gefunden. War nicht so schwer, kann man kaum übersehen.
Wasserfall: gefunden. Auch keine großen Mühen wert.

 

Am Einlass wurden wir Drei von einer lieben und vertrauenswürdigen Omi abgezogen.


Tipp: Wer leicht und mühelos das schnelle Geld machen will fliege einfach nach Thailand und stelle irgendwo im nirgendwo eine selbstgekrakelte Preisliste auf. Touris werden vorbei kommen und zähneknirschend zahlen. Dass es nichts gibt, wofür es zu zahlen Wert wäre, ist dabei zweitrangig.


Die kleene Omi hat's nämlich nicht nur faustdick zwischen den Zahnlücken sondern auch hinter den Ohren. Sie kassiert munter Parkgebühren ab, nur dass der kostenlose und öffentliche Parkplatz sich fünfzig Meter hinter ihrer Kassiererhütte befindet weiss man erst nachdem man gezahlt und das Gelände betreten hat. Ähnliche Geschichten gibt es auch über falsche Beamte die Touris in einer gefälschten Uniform das Geld fürs Visum (30 - 50 $) noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle aus den Taschen ziehen oder "Ticketschalterangestellte der Regierung von Land sowieso" die vor Bambusbrücken lauern und Passiergebühren einkassieren.
Ich schweife ab, zurück zum fallendem Wasser.


Der Weg durch den, für den Ökotourismus-aufbereiteten Dschungelabschnitt führte ohne große Umschweife direkt zu den Becken des Wasserfalls. Sah alles recht nett aus, man merkt aber schon dass gerade nicht viel Quellwasser durch die Berge abfließt. Das Wasser war kühl und eine echte Erfrischung zum lauwarmen Meerwasser. Jedoch nur vom hören- und sehensagen. Alle die reinsprangen sah man an, dass sie überrascht seien. Ich dagegen zog mich dezent in den Schatten zurück und erfreute mich an die Freude anderer.

 

Nach der erfolgreich abgeschlossen Mission Wasserfall ging es über zu Projekt 100Kilo. Für die Nichteingeweihten: Projekt 100Kilo ist ein reiner Selbstversuch welches der Idee zugrunde liegt ein mal im Leben einhundert Kilogramm zu wiegen.
Ja, es fehlen noch ein paar - auch noch nach dem Urlaub. Level up!

 

Unsere Mopedgang machte sich anschließend zurück ins Hauptquartier Long Beach. Die Fahrt vom Long Beach in die Stadt rein dauert rund 90 Minuten also rechnen wir täglich mit drei Stunden reine Fahrzeit wenn wir mal in die Stadt wollen um einige Annehmlichkeiten zu besorgen. Sei es Wlan, Fusel oder Gasoline. Wenn man nicht so gerne und lange auf Mopeds unterwegs ist oder auf topausgebaute Straßen großen Wert legt sollte am besten gleich auf der Fähre bleiben mit der man hergekommen ist und zurückfahren.

Sorry, ist nur was für echte Asphaltcowboys hier. Chapter Long Beach, Koh Chang, Thailand. Die passenden Kutten für Sie und Ihn sind auch bald im Onlineshop erhältlich.

Im Klubhaus wurde der Abend noch mit Knakspielen und Bierdosenleeren zu Ende gebracht. Der morgige Schlachtplan wurde besprochen und wünschten uns eine friedliche Nacht.

 

Euch wünsche ich einen guten Morgen und Start in den Mittwoch - wenn ihr das hier zu Ende gelesen habt war ich schon vor Stunden im Wlan und längst zurück auf dem Asphalt.

 

Herwig.