Vieng Vang (TAG 27)

Lao Lao!

 

Die News kommen heute heiß und fettig aus Vieng Vang. 

Info: Vieng Vang war noch vor 15 Jahren die Hochburg für Drogentourismus. Opium und Heroin gab es fürn Appel undn Ei, der Ort bestand aus zwei Straßen (rechts und links der Bundesstraße) aber das hat sich geändert! Abenteuer-und-Ökotourismus hat man sich nun auf die Fahne geschrieben und wächst seither stündlich vor sich hin.

Nach lachhaften vier Stunden im Lao-Pop-Mini-Van erreichten wir also Vieng Vang, südlich von Luang Prabang und im Tal unzähliger Berge gelegen. Nach schneller Zimmerfindung ergriff mich die Wanderlust, bei diesem Panorama machen die Beine ihre arbeit und der Kopf fährt mal auf Stand-By runter. Das laufen hat mir nach den Busexessen wirklich gefehlt. Flip Flops geschnürt und ab in den Wald!

Hinter dem Fluss entdeckte ich Wegweiser die zu einer Berghöhle führten. Lusi-Cave heisst die Gute und versteckt sich unauffällig hinter Reisfeldern und Bergen. Den Marsch hab ich wirklich genossen und zur Belohnung gab es die menschenleere Tropfsteinhöhle für einen Obolus von einem Euro.

 

Auf dem Rückweg habe ich mir meine Gedanken zu Laos gemacht. Ich befinde mich also in einem der fünfzig ärmsten Länder der Welt (Rank 135 von 180) und von denen das einzige in Asien. Laos ist beziehungsweise war ausschließlich für den Opiumexport bekannt (hinter Afghanistan) und war die damit einzig rentable Einnahmequelle fürs Land. Laoten wurden von opium-und-heroingierigen Westlern aus-und-abgeschlachtet. Kaum vorstellbar dass hier einst täglich Bomben vom Himmel regneten. Der laotische Durchschnittsverdiener kommt auf einem (1) Euro am Tag und kann sich damit zu Feierabend eine Schachtel Zigaretten gönnen. Seitdem mir das bewusst ist, macht es mir auch nichts mehr aus nur als laufender Geldbeutel angesehen zu werden. Was das alles mit meiner Wanderung zu tun hat? Die traurig-laotische Wahrheit ist, dass die ländlichen Regionen teilweise immer noch großflächig vermint sind. Deswegen ist es ratsam, dass man (ich) nicht vom Weg abkommt und geradewegs in ein vermintes Reisfeld rein latscht.

 

Nach meiner Wanderung entschied ich mein bereits gekauftes Busticket umschreiben zu lassen um noch etwas länger hier zu bleiben. Morgen dann neben wir in Traktorschläuchen platz und lassen uns von einer Lagune aus flussabwärts  treiben. Das nennt man hier Tubing und dafür ist Vieng Vang schon seit langem bekannt. Kann also nicht allzu schlecht sein. ;)

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und bestimmt bis morgen,

 

Herwig.