Takhek (TAG 31)

Liebe dazugestiegenden Fahrgäste,

Nächster Halt: Thakhek.

 

Nach meinem One-Night-Stand mit der guten Ventiane ziehts mich weiter Richtung Süden, wie es die Seeleute nun mal tun. Thakhek ist die ideale Zwischenstation um nach Pakse zu kommen. Man kann auch direkt durchfahren, allerdings habe ich mich dazu entschlossen nicht mehr als sechs Stunden täglich Bus zu fahren. Meine kostbare, endliche Reisezeit ist mir schlicht und einfach zu Schade um 12 - 30 Stunden durch eine Fensterscheibe ins Land- oder thailändische Gameshows zu kieken. Und bei den wenigen Essenspausen immer wieder zwischen Ratte und anderem Vieh zu entscheiden. Zur Krönung des Tages buche ich mir mal übertrieben dekadent ein Einzelzimmer(!), Einfach so. Thakhek besitzt zudem auch keine konventionellen Herbergen, sofern meine Recherche stimmt.

 

Apropos Recherche; wird langsam mal Zeit mich mit Kambodscha auseinander zu setzen. Freu mich schon riesig drauf und verspreche mir eine ganze Menge. Hoffentlich bleibt mir noch genügend Zeit das gesamte Land bis hin zu den Inseln zu durchqueren. Es ist zwar erst 5 Minuten vor dem Halbzeitpfiff aber das Spiel hat ebend nur 90 Minuten. Oder in meinem Fall 92160 Minuten. Ohne Nachspielzeit.

 

Apropos Viehzeug; wie man es schon einige Male herauslesen konnte, Vegetarier sein ist in Asien erstaunlich schwer. Das Essen, was wir unter Asiatisch verstehen ist hier etwas völlig anderes. Regionenabgängig werden Glasnudeln oder Reis bevorzugt aber ganz egal wo - Fleisch gehört immer dazu. Das Verständnis irgend etwas ohne Fleisch zu essen zu wollen gibt es nicht. Wenn ich etwas ohne Fleisch bestelle gibt es halt gar nichts. Einfach weil der Sinn nicht verstanden wird. Meeresfrüchte und Fisch trau ich nicht mehr übern Weg und deshalb hab ich mich absofort auf Huhn beschränkt. Und nur nebenbei, es ist der Hammer! Grillhühnchen mit Stickyrice dazu süßscharfe Sauce - made my day. Dafür ess ich aber auch viel mehr Obst, was Claire und Muddi freuen dürfte. Mangos, geschnitten für 50 Cent, gönn ick mir :)

 

Apropos Unterkünfte; die meisten Nächte verbringe ich in Acht-Bett-Zimmern Dormitry, allerdings sind sie meistens nie vollständig belegt. Liegt aber auch daran, dass ich mir meistens Hostels abseits der Hauptstraßen suche. Diese sind nämlich in der Regel weniger abgewohnt und das Personal freundlicher. Weil sie sich tatsächlich über Gäste freuen und mich nicht abfertigen wie ein Massenprodukt. 

 

Im Laufe des Nachmittages nach Ankunft hab ich noch den Holländer Francis kennengelernt, sehr sympathischer Typ, und haben uns dazu entschlossen gemeinsam ein Hostel zu nehmen. Der Geiz hat dann doch wieder gesiegt. Vorerst. Denn bei der Zimmerbesichtigung nach Bezahlung ist es mir hochgekommen. Warum auch immer lagen unter jeder Matratze jedes Bettes verfaulte, schwarze Pflanzenreste und Dreck. Wer mich gut kennt, weiß ja dass ich eine relativ knapp bemessene Schmutz-Toleranz-Grenze habe, die aber nach den letzten vier Wochen erheblich an Pensum dazugewonnen hat. Sei es Küchenhygiene oder Zimmerreinlichkeit.

 

Jedenfalls hab ich den Sinn dahinter nicht verstanden und der Angestellte anscheinend auch nicht. Nachdem ich mein Frust freien Lauf gelassen habe I don't know what it is, or why? But i don't pay for this shit! This isn't funny!, mir meine Kohle wieder geschnappt hab suchte ich mir dann doch ein eigenes Hotelzimmer. Hier kann ich auch nackt Kopfstand machen, interessiert keine Sau. :)

 

Fazit: Auch das alles ist Reisen.

 

Theo war heute Morgen in Abu Dhabi und sollte schon bald froh und munter wieder in Germany sein. 

An Theo: Where you going?

 

Der heutige Post klang irgendwie wie der Tag der Abrechnung, oder? Viel Spaß bei eurer Tagesabrechnung und sicher bis morgen.

 

Herwig