Phnom Penh (TAG 39)

Die Großstadtliebe.

 

Zwar hab ich anfangs immer Berührungsängste mich mit den Metropolen Südostasiens einzulassen aber nach einigen liebreizenden Zugeständnissen fühle ich mich immer wohler. Es sind die Details die mich fanatisch werden lassen. Das Rumgeirre, das Wiederentdecke, der Trubel, die Leute, das Essen, das Zu-Viel, das Zu-Wenig all das findet man in Phnom Penh und Bangkok. Man kann sich in keiner Comfort-Zone verstecken - man ist immer Mittendrin.

 

Phnom Penhs Straßennetz ist eigentlich ziemlich simpel aufgebaut. Es gibt den Norodom-Boulevard die als Nord-Süd-Achse fungiert und meine eigene Ost-West-Achse ist die 320te Straße. So hab ich  meine vier Viertel erstellt und kann nach Herzenslust in den Labyrinthen umherirren ohne den Überblick zu verlieren. Ganz einfach.

 

Auf eigener Faust erkundete ich das Straßenleben und das hat es in sich. Eigentlich wird alles vor der eigenen Haustür erledigt; es wird die Wäsche- oder sich selbst gewaschen, die Schweiß-und Schleifarbeiten der Rollerwerkstätten werden aufm Gehweg erledigt und gekocht - gegessen - verdaut.
In einer Straße gab es mehrere Aquariengeschäffte die ich natürlich auch ausspähen musste. Vor einem Shop stapelteten sich hunderte Gurkengläser gefüllt mit kleinen J.J.'s (Siamesische Kampffische), nur leider waren rund die Hälfte von denen nicht mehr Kampftauglich.(...)
Leider wurde mir die Erlaubnis ein Foto davon zu schießen verwehrt. Ich hoffe aus Scham!
Die Straßenseiten zu wechseln kann manchmal ganz schöne Adrenalinstöße auslösen, denn auf Fußgängerampeln kann man lang Ausschau halten, sie wurden erst gar nicht errichtet. Hier macht eh jeder was er will. Klingt suizidös aber am besten schnell sein, sich bemerkbar machen und nicht zu lang nachdenken. Die permanenten Zurufe Tuk Tuk, Sir? Moto, Sir? Weed, Sir? werden mittlerweile gekonnt weggelächelt und erhalte dafür lächelnde Münder zurück. Es gibt also genügend Gelegenheiten zum Lächeln und Lachen. Und wie der Zufall es ebend so will lief ich wie fremdgesteuert  wieder direkt ins Nationalstadion hinein. Keine Ahnung wieso aber irgendwie bringen mich diese Stätten zur Ruhe.

 

Zurück auf den Straßen kommt mir der Gedanke 》Es ist alles wie durch den Fleischwolf gedreht, mit ordentlich Pfeffer gewürzt und wie eine Bulette ins heiße Öl geschmissen.

 

...Leute, ich denke ich sollte was essen gehen.

Wenns nach diesem Post bei euch heute Mettbrötchen mit lecker Kaffee zum Frühstück gibt, lasst es euch schmecken!

 

Euer Herwig.