Koh Kong (TAG 46)

By the Way.

Hau rein Kampot - ich fahr nach Koh Kong. Mit nur sechzig Minuten Verzug stieg ich in den Mini-Bus nach Koh Kong im Westen Kambodschas ein. Wie üblich wurden wir bei Ankunft gute zwei Kilometer außerhalb des Standzentrums aus den Bus geworfen sodass der gemeine Touri noch ein Tuk Tuk in die Stadtmitte nehmen muss. Das ist für's Busunternehmen und den hiesigen Tuk-Tuk-Fahrern ein lukratives Geschäft - aber mit Sturkopf Herwig haben sie nicht grechnet.

 

Wo ich hin musste hatte ich mir vorher schon rausgesucht. Das Ziel waren die Paddy's Bamboo-Buden. Das ist ein Backpackeroutdoorhostel, also billige Bambushütten für Typen ohne Kohle die nicht so viel Wert auf Luxus legen. Das Beste kommt aber noch; Paddy & Co. bieten jeden Tag Trekkingtouren durch die Mangrovenwälder und zu den Aussichtspunkten um Koh Kong an. Mehr dazu morgen.

 

Den heutigen Nachmittag widmte ich noch der Innenstadt Koh Kong's. Ich war gespannt was es noch zu sehen und zu entdecken gäbe. Denn mein Entdeckungsdurst ist noch lange nicht gestillt und zum Stillsitzen bin ich auch nicht her gekommen.

 

By the Way: Im Stadtkern empfing mich erst einmal ein Lebensmittelmarkt, meiner Empfindung von Hygiene wegen hab ich lieber nichts probiert was mir so angedreht wurde. Dass Durianfrüchte nicht so köstlich sind weiss ich bereits. Weiter ging es Richtung Hafen - oder auch Plastik-Beach genannt. Die Fotos, die ich anhänge sind selbstredend. Nachdem ich eine Minute fassungslos da stand ging es auch schon weiter Richtung Brücke und Bootsanlegestelle. Dort wurde ich wieder mal auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Das hier. mein Lieber. ist Kambodscha! Zum ersten Mal betrat ich die Welt, vor der wir uns alle so fürchten und nicht hinsehen können. Die Slums der dritten Welt. Eine kleine, sich immer wandelnde Stadt - gebaut auf Stelzen, verbunden mit Planken, wackelig stehend im Abwasser der Zivilisation. Ich rief Stoßgebete ans Universum aus, in der Hoffnung, dass die Holzbretter unter meinen Füßen halten würden.
Kinder rannten zwischen Scheisse, Plastik und Kadaver herum. Eltern schmissen alles Unnötige von der Planke ins Wasser. Ich werd die Bilder nicht los.
Koh Kong ist eine echte Prüfung nach all den Schmusetourismus. Ich bin froh hier zu sein, vielleicht bringt mich all das hier weiter.
Wie es manchmal der winkende Zaunpfahl so will lernte ich eine Gruppe Australier kennen, deren freiwilliger Job es ist Slumbewohner in neu-und sebsterbaute Dörfer umzusiedeln.

 

By the Way: ich habe einen bedeutenden Fehler in meiner Reiseroute entdeckt. So

bedeutend dass ich den kompletten Weg nach Phnom Penh wieder zurückfahren muss. Und zwar: es gibt keine Straßen von Koh Kong aus, die mich nach Siem Reap im Norden führen würden. Pech gehabt wa, die Straße dafür wurde nie zu Ende gebracht. Ich komm nicht drum herum, den Weg für den ich mir eine Woche Zeit ließ, wieder in einer achtzehnstündigen Nachtbusfahrt zurückzulegen. Hinlegen, Klappe halten und den Rückenschmerz aushalten.

 

Hinlegen ist ein gutes Stichwort um mich für Heute von euch zu verabschieden.
Morgen gibt's meinen Bericht brühwarm ausm Mangrovenwald. Bis dahin wünsche ich euch einen guten Start ins Wochenende. Euer,

 

Herwig.