Kampot (TAG 43)

Da, wo der Pfeffer wächst.
Der Tag begann schon mal etwas nervenaufreibend. Vorbildlich wie ich bin, wollte ich überpünktlich am Fährensteg aufkreuzen um noch eine Stunde am Hafen lecker Filterkäffchen zu trinken. Dafür musste der Weg durch den Dschungel zurückgelegt werden. Angekommen lief erst mal alles nach Plan; einen gemütlichen Platz gefunden, Kaffee bestellt, Handy gezückt... Moment mal! Wo ist das verdammte Ding? Fuck!
Fluchen, Durchatmen, Stock zum Schlangenverdreschen schnappen - und noch mal rein in den Wald um das liegengelassene Handy zu holen. Es lag da wo ich sein sollte, nämlich im Bett. Es nützte ja alles nichts, denn ehrlicherweise bin ich ohne diesen Fernfunker ziemlich aufgeschmissen. Mein Morgenprogramm bestand also aus einen eineinhalbsündigen Sprint durchs Inseldickicht. War das die Quittung für meinen vergangenen, zweitägigen Schlendrian? Sehr Wahrscheinlich.
Als ich dann wieder das Festland erreichte ging es direkt weiter nach Kampot. Drei Stunden später hab ich mich in einer wirklich entspannten Kleinstadt wiedergefunden. Kampot ist in der Gastronomieszene weltweit für den guten Pfeffer bekannt. Ja, es ist hiermit ganz offiziell; Ich bin da, wo der Pfeffer wächst. Sehr sehr weit weg also. Eine schöne Promenade mit Fluss- und Bergpanorama, Essen zu durchschnittlichen Preisen und ein Hostelbett für runde vier Dollar gibt's obendrauf. Ein Rucksackträger-wohlfühl-rundumprogramm also.
Auf der Hostelsuche stieß ich noch auf Olga. Sie sah mir etwas verzweifelt aus nach ihrer bis dahin erfolglosen Hostelodyssee also suchten wir zusammen und fanden.
Den Abend lassen wir in einer Rooftopbar mit Livemusik ausklingen und ich stell mir meine morgige Mopedtour zusammen. Ein Lobgesang auf den Rechtsverkehr!
Olga sagt На здоровье! - Ich sag Prost!
Euch wünsche ich wie immer nur das Beste, bedanke mich zutiefst für eure Lesetreue
und freue mich schon über die morgige Mopedtour zu berichten.
Olle Herwig.