Dhon Det (TAG 34)

Happy New Year!

 

Kurz vor Nachmittag hab auch ich geschnallt was überhaupt los war.

Es war, beziehungsweise ist, chinesisches Neujahr. Die Feierlichkeiten erstrecken sich nämlich noch über die nächsten 14 Tage. Aber in der Regel haben sich wohl schon die Ersten nach vier Tagen wieder eingekriegt. Das wär was, würden wir Deutschen vier Tage lang durchböllern.(...)

Dieses Jahr steht alles im Stern des Feuer-Affens, was das alles genau bedeutet -> www.frag-google.com

 

Mit einer Gruppe Dänen spielte ich noch bis ins neue Jahr hinein Mau Mau, die Guesthouse-Belegschaft schien aber Sorge um unseren Schlafrythmus zu haben also schickte er uns Punkt Mitternacht auf unsere Zimmer und verriegelte die Herberge. Idee gut - Umsetzung mangelhaft, wenn vor der Haustür hunderte Laoten ihr Monatseinkommen in den Himmel ballern.

 

Die letzten Wochen hab ich ja Rucksackschlepper sämtlicher Nationen kennenlernen dürfen und so versuch ich mich mal an einer kleinen Übersicht.

 

How-To: Hostels und stundenlange Busfahrten eignen sich bestens Kontakte zu knüpfen. Essentiell dabei ist das Anwenden des Backpacker-Smalltalks. Eine Kaskade an Standardfragen wird hierzu heruntergebetet und erwidert auf die variablen Antworten des Gegenübers mit Cool! For example, read and repeat:

Er so: "Where do you come from?"

Ich so: "from the near of Berlin in Germany"

Er so: "Cool!"

Das geht etwa 15 Minuten so weiter mit Fragen wie: Wie lange bist du schon Unterwegs?, Wie lange insgesamt?, Wo hin als nächstes?, Warst du schon in X?

(x = Ort/Land | x = variabel)

Wenn man sich danach immer noch mag kommt die Schlüsselfrage Wie heißt du eigentlich? dann endlich kann man sich ganz normal unterhalten und hängt möglicherweise die nächtlichen Tage zusammen ab. Weil mir Smalltalk schon immer aufm Sack ging, beginne ich erst damit mich vorzustellen und irgendein Thema findet man dann immer. Aber ich hab auch Spaß daran die Fragen zu stellen, die manchmal Weh tun.

 

Klischees: Frag zum Beispiel einen Kanadier wieso sich jeder Kanadier die Ahornflagge auf Rucksack, Kulturbeutel, Mütze, Federmappe oder Schlüpfer näht - du bekommst immer eine andere Antwort aber beim Nachhaken kommt jeder zum selben Schluss: Sie wollen unter keinen Umständen für US-Amerikaner gehalten werden. Denn das seien alles nur Idioten. Warum ich mir keine Deutschlandfahne auf meinen Rucksack nähe? - werde ich gefragt. Weil ich kein Bock hab zwei Monate lang als Nazi beschimpft zu werden. Logisch oder?

Franzosen sind am liebsten in Laos und Kambodscha unterwegs, denn hier müssen sie kein Englisch reden um verstanden zu werden. Israelis (M/W) verdauen beim Reisen ihre zweijährige Militärzeit. Und Briten sowie Australier saufen sich liebendgern ins Koma um noch länger am Strand rumliegen zu können. Also bewahrheitet sich das eine oder andere, was ich vorab gelesen habe. Natürlich ist sich hier jeder seiner Klischeerolle bewusst und nimmt sich daher selbst nicht so ernst. Alles Cool!

 

Angekommen auf einer der gestern erwähnten viertausend Inseln im Mekong-Vordelta (nenn' ich jetzt einfach mal so) war ich außerordentlich Von-den-Socken! Wirklich der bestmöglichste Abschluss bevor man Laos wieder hinter sich lässt! Südlaos hat mir hin und wieder Kopfschmerzen bereitet aber das ist jetzt Vergessen. Ein nettes Zimmer mit Hängematte und Moskitonetz für 6€ die Nacht. Nice. Zwischen den restlichen dreitausendneunhundertneunundneunzig Inseln pendelt man bequem per Außenboardkutter um sich die anderen Dekadenzien anzusehen und zu erleben.

Den Rest des heutigen Tages werd zur Inselerkundung nutzen und vielleicht sogar Bolzen gehen.

 

Wer nicht genug von Reiseblogs kriegen kann, für den hab ich hier noch zwei im Angebot. Die Mädels schreiben auch, haben uns ausgetauscht und finde es interessant was sie so in der gleichen Zeit zu Gesicht bekommen.

 

https://www.anunexpectedjourneywithbuddyandsmokey.wordpress.com

 

https://www.theastravelbreeze.wordpress.com

 

Ich weiss Montage nerven hart ab aber macht das Beste draus. 

 

Herwig