Battambang + Koh Chang (TAG 52+53)

Need for Speed.

 

Vergesst einfach den vorvorgestrigen Blogpost. Ich steh auf Geschwindigkeit, alles andere wäre doch glatt gelogen.

 

Nach einer unruhigen Nacht in meinem Hostelbett - juckend, kratzend, duschend, wachend und schlafend - packte ich meine sieben Sachen in der Früh und verschwand so schnell wie es ging in ein benachbartes Hostel. Als ich mein Geld für die nächste, bereits gebuchte Nacht zurückverlangte sah ich der Empfangsdame schon an, dass sie wisse warum ich mich vom Acker mache. Ich verbrachte die Nacht in meinem Bett nicht ganz allein, das war klar. Man kriegt halt nur das, was man für 2 Euro erwarten kann - weniger wäre mir aber lieber gewesen.

 

Neues Hostel neues Glück. Nach kurzem rumgefrage fand ich ein sauberes und neues Heim. Expotnential Teurer wurde es dort auch nicht.
Das eigentliche Highlight aber war die Fahrradtour. Mein Gefährt für die Stock-und-Stein-Tour-2016 war ein schickes Mountainbike, welches mich von Sonnenaufgang bis noch spät nach Sonnenuntergang von A-nach-B-über-C brachte. Ich hatte nach der Nacht soviel aufgeladene Energie in mir, die ich über Kurbel und Kette übertrug. Richtig Spaß machte es mit ordentlich Karacho durch die straßenlosen und staubigen Dörfer zu brettern. Die Kinder der Bangs standen mit offenen Mündern wie angewurzelt am Wegesrand da und schienen nicht glauben zu können, was sie sahen. Da kommt ein Typ um die Ecke gerast und springt mit dem Rad von Kuhle zu Kuhle. Dabei schnallte ich meine Kamera fest um meinem Kopf um alles festzuhalten aber wie es so oft  der Fall mit elektronischen Firlefanz ist: 

Brauchst du sie wirklich ein mal für besondere Ereignisse ist entweder der Akku leer, der Speicherplatz voll oder irgendein sinnloses Update muss installiert werden.
Ein paar Aufnahmen konnte ich zum Glück noch machen, dann war auch meine zweite 32 Gigabyte Speicherkarte randvoll mit Aufnahmen. Wer schon mal ein Video geschnitten hat kann nachvollziehen was ich eigentlich sagen will.

 

Zu sehen gab es das Umland von Battambang, ein Tempel der älter als Angkor Wat ist und das Karsteinbirge mit Fledermaushöhlen und Temples on Top.
Am Ende des Tages wurde abgerechnet: 60 Kilometer und ich bin ziemlich Stolz drauf. Wirklich ein geiler Tag.

 

Am Abend zog ich mit neuen Hostelbekanntschaften (Iren, Franzosen, Phillipino, Schweden) durch die Bars Battambangs, stiegen in einer Diskothek ab die mich stark an ein Frankfurter Bowlingcenter erinnerte und schenkten uns aus Karaffen Bier ein. Getanzt wurde auch...oder nennen wirs rumgehampel.
Als ich dann endlich hundemüde und biergetränkt im Bett lag hatte ich noch 4 Stunden bevor es weiter nach Koh Chang in Thailand ging.

 

4 Stunden später.

 

Mit noch immer ethanolgespülter Birne stieg ich gedankenfrei in den Bus zum Grenzübergang nach Thailand. Die Tour wurde angepeilt mit einer Fahrzeit von 8.30 bis 15.30 (ohne Gewehr). Visa aus-und eingestempel, bitte nett lächeln, hier und da Fingerabdrücke scannen und den ganzen Zirkus dann war ich auch schon wieder in good old Thailand. Jetzt kommt mir Thailand unglaublich sauber und zivilisiert vor, das hätte ich vor knapp zwei Monaten nie für möglich gehalten.
Nach langem Gewarte, einer weiteren Busfahrt, einer Fährenfahrt und einer Jeepfahrt war ich Punkt 21.00 Uhr auf Koh Chang. Um mein angepeiltes Hostel zu erreichen war es mittlerweile schon zu spät geworden. Morgen dann weiter mit Mopedze, für Heute reichte es mir.

 

Mein Plan ist es die letzte Woche auf Koh Chang zu verbringen bevor es wieder nach Bangkok und Berlin geht. Da Koh Chang so dicht an Bangkok liegt und selbstredend eine Insel ist, ist sie Perfekt um die Reise gebührend abzuschließen.

 

Ein paar Tage aber bleiben noch zum Schreiben und hoffe ihr haltet noch bis zum bitterem Ende mit mir durch. Friede und Freude sei mit euch, euer

 

Herwig.