Koh Chang (TAG 57+58+59)

Gossip von der Insel.

 

H: "Good morning."
S: "Morning."
H: "I'd like to eat the ricepudding with mango and a thaicoffee with milk, please."
S: "Hewis. One ricepudding mango. One coffee milk. 135 Baht."
H: "Kopkun krap."
S: "Kopkun kaa."

 

Dieser Dialog zwischen Miss Salaman und mir wiederholt sich mantragleich schon seit einigen Morgenen. Sie weiss eigentlich genau was ich will (Reisbrei) - und ich was sie will (135 Baht). Das Frühstück ist wie Perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnitten. Es ist warm, muss nicht großartig gekaut werden und ein paar Vitamine sind auch noch zu holen. Der Kaffee ist eine dicke, schwarze, starke Brühe die mit einer Palmenfett-Milchpulver-Tinktur abgerundet wird. Nach dem Verzehr dieser Köstlichkeiten geht's direkt und ohne Umwege zur Visite ins nullnullte Zimmer.
Damit ist das Morgenprogramm abgeschlossen und der Tag kann beginnen! Voller Enthusiasmus schmiss ich mich in eine freie Hängematte und schlief erst mal eine Stunde.

 

Irgendwann nervten mich die Fliegen dann so sehr ab, dass ich davon wieder aufwachte.
Aber dann!
Schlagartig(!) wurde ich Zeuge vom unverhergesehenen Highlight des Tages. Wir aus dem Nichts, ohne Vorwahnung und in nicht ein mal drei Minuten waren ganze drei (3!) Schiffe nebeneinander auf dem Meer zu sehen! Die Angestellten rieben sich verwundert die Augen, die Fliegen umschwirrten ebenso staunend die offenen Münder bis eine der Damen wiederwillig in die Küche verschwand. Die anderen folgten ihr fassungslos nach und ich musste nach diesem Adrenalinschub erst ein mal zurück in die Hängematte und runterkommen.

 

Wie ihr euch nun Sinnbildlich vorstellen könnt was hier den ganzen Tag so passiert oder nicht passiert, fasse ich einige Ereignisse der letzten Tage im Schnelldurchlauf zusammen.
*Mit den Jungs mopedfahrend die restlichen, abgelegenen Strände der Insel erkunden.
*Geldautomaten plündern.
*Edle Tropfen wie Hong Thon oder Sang Som mit 35 Umdrehungen ergaunern.
*Mit Einheimischen plaudern um ihnen die heißesten Infos zu entlocken. "Wann wird wohl die Straße zu Ende gebracht? || Wer ist eigentlich der Korrupteste im ganzem Land? || In welchem Dorf ist eine Pulle Hong Thon und der Liter Benzin am billigsten?"
*Die Nächte mit Knakspielen verbringen. Knak scheint das omninationale Erfolgskartenspiel zu sein. Es ist leicht erklärt, auch auf Englisch und jeder kapiert es binnen zwei Runden - egal in welcher psychischen Verfassung.
*Regen: es hat sogar einen Morgen mal geregnet. Unfassbar.
*Zeit im Meer verbringen. Die Zeit ist kostbar und leider auch endlich, deshalb ist wenigsten ein mal am Tag der Kopf im Wasser zu stecken.
*Speisekarte hoch- und runter bestellen. Fast jedes Gericht kann man auch frittiert bestellen und so arten schon mal ganze Nächte in Fried-Nights aus.
*Ufosichtungen. Warum auch immer erzählte uns der wunderliche und sonst so wortkarge Besitzer Joe von einer vermeintlichen UFO Sichtung.
Vorm Schlafengehen!
Ein Licht, zehn mal so groß wie das Resort, soll einen Morgen gegen 5.00 Uhr sehr langsam von den Bergen her - übers Resort - Richtung offenes Meer geflogen sein.
Ääähm Joe?! Alles klar bei dir? Geh einfach ins Bett, war ein langer Tag...

 

Die restliche Zeit verbringe ich mit guten Gesprächen und der Versorgung meiner körperlichen Leiden. Neben den Mückenstichen, die meine Beine aussehen lassen wie lange picklige Gewürzgurken, habe ich mich erkältet. Erfreut euch gern daran, dass ich auf einer tropischen Insel bei 34°C mit einem Schnupfen und einer Pudelmütze auf dem Kopf abhänge. Rotztücher zu meiner linken - Eiskaffee zu meiner rechten.

 

So verstreichen die Tage, sind schneller um als einem lieb ist und die Rückfahrt nach Bangkok taucht heimlich ins Gewissen zurück. Der Abschied von Miss Salaman, Weird-Joe, vom Meer, vom Long Beach und -na klar- vom Moped wird schmerzen jedoch wird das gute, heilende und sonnige Frühlingswetter in Deutschland die Wunden küssen. Es ist doch mittlerweile Frühling oder???

 

Morgen ist schon Samstag und die Überfahrt steht bevor. Die nächste Post gibt's dann wieder ausm Molloch. Begleitet mich auf meine vorerst letzte Reise durch Südostasien und macht ganz einfach das, was ihr die letzten 59 Tage auch schon gemacht habt. Herausfinden wo ich bin. :)

 

Bis bald in Live und Farbe. Euer,

 

Herwig.