Koh Chang (TAG 55)

Darf ich bitte mal Ihren Strand sehen?

Heller Schein durchbrach die bretterne Tür.
Meeresrauschen durchströmte den Verschlag.
Der Duft Kaffee's fand seinen Weg durchs feinewebte Moskitonetz.
Ein Morgen im Elefantenland.

Ja da freut man sich aufs Aufstehen, Frischmachen und den Frühsport im Ozean. Der heutige Tagesplan stand fest, die Insel sollte auf zwei Rädern umrundet - und die anderen Strände auf Vor-und Nachteile untersucht werden.
Punkt 9.00 hab ich den Ofen angeschmissen und bin zum ersten Kontrollpunkt gerast.

Kontrollpunkt 1 Pearls Beach) Keine Perle allererster Güte aber von mir als Gut befunden. Ich habe mich zu einem zweiten Frühstück hinreißen lassen; Eiskaffee, Kokosreis, Whatsapp, Schleckysilberstein und Spiegel-Online gechecked also alles was man in der Wlan-Zone so treibt. Der Ausblick aufs weitoffene Meer wurde umrahmt von mannshohen Felsen. Kann sich sehen lassen aber Beach ist trotzdem anders. Auf auf und davon.
Note: Gut

Kontrollpunkt 2 Lonely Beach) Der Name ist definitiv arglistige Täuschung! Eine Anzeige wurde von mir unmittelbar in die Wege geleitet. Nichts von wegen Einsamkeit & Ruhe. Ballermann-Frühstück feat. Pitbull feat. Rihanna! Genug der Worte, ohne Rast ging es weiter zum dritten Pass.
Note: Ungenügend

Kontrollpunkt 3 Reggaeview) Meine liebgewonnene Insel ist eigentlich ein massiver, buckeilger, bewucherte Mount Chang. Zwischen den Auf-und Abfahrten liegen enorme Höhenunterschiede und so siedelten sich schon vor Jahrhunderten an den höchsten Punkten der Klippen Bars und Restaurants an. Die Aussicht von der Bar Reggaeview ist schon fast unnatürlich. Mit einem Kokosshake in den Flossen sah ich hinab aufs Fischerdorf Bang Bao und konnte mich nicht satt sehen. Der Ausblick einfach Perfekt - die Bar Geschmackssache. Ja ich bin schwierig. Sorry. Aber ich verstehe nicht warum man als Rastafari zigtausende Bob Marley Poster aufhängt und wirklich alles in Rot, Gelb und Grün anstreicht. Wees ick nich - mag ick nich. Aber geiler Ausblick Jungs (!) und kifft nicht so viel, macht nur doof.
Note: Gut

Kontrollpunkt 4 Khong Koi) Als Geheimtipp gehandelt aber zu viele wissen davon. Der Strand war wirklich schön und natürlich. Tiefrote Blätter säumten den Wellenbruch, vom Wasser rundgelutschte Steine ließen sich träge umpülen und die vielen Sonnenanbeter rungen um die letzten Liegen der zahlreichen Resorts im Hinterland. Das Bad war schön, die rotgekochten Menschenkörper weniger. Ciao.
Note: Ausreichend

Kontrollpunkt 5 Hab den Namen vergessen) Kraft meiner mir selbst verliehenen künstlerischen Freiheit nenne ich ihn Russenbeach. Öhm ja viele Russen, die sich keine Sorgen um zu wenig Kleingeld machen müssen. Freut mich für sie - außer ein spätes Mittagessen war für mich leider nicht viel drin. Strandtechnisch ging hier recht viel ab. Oligarchen auf Speedboats und ein Herwig aufm Speedscooter. Weg hier.
Note: Mangelhaft

Kontrollpunkt 6 Long Beach) Es war mittlerweile 17.00 geworden als ich an meinem Homespot einkehrte. Das Beste hab ich mir unwissendlich zum Schluss aufgespart. Mein Strand, ja er ist nicht sonderlich einzigartig oder besonders sauber und gepflegt. Der Ozean spült auch mal Plastik, Flip Flops oder Grünzeug an den Strand und alles bleibt liegen. Außer Joe und seine Frau Salaman hat hier in den Jahren niemand ein weiteres Restaurant oder Resort eröffnet, geschweigedenn die Straße bis zum Strand je komplett ausgebaut. Nicht viele verirren sich hier her sodass wir Abends zu fünft aufs Hiersein anstoßen. All das aber macht es zu meinem Lieblingsstrand. Und auch weil es mein letzter auf dieser Reise sein wird.
Note: Sehr gut

Morgen geht es mit Kumpel Mopeze zum einzigen Wasserfall der zu dieser Zeit noch Wasser führt, die anderen fünf sind gerade trocken. Macht die Auswahl auf jeden Fall einfacher und ich kann direkt hinfahren ohne etwas verpasst zu haben.
Sobald ich Wlan hab, werdet ihr diesen Post lesen können und das ich mich freue euch bald wiederzusehen.

Euer Kontrolleur in allen Diensten

Herwig.